Lang erwartet, hoch bejubelt: Schlagerstar Olaf Berger.
MERSEBURG/MZ. Die Sonne strahlt. An den Tischen, auf den Bänken und im Schatten an der Seite ist kaum noch ein Platz zu finden. Gerade so kommen die Serviererinnen mit ihren Tabletts voller Kuchen, Eis und Kaffee durch. Die Menge wartet. Als Stargast hat der Merseburger Bäcker Thomas Rahaus zu seinem zweitem Sommerfest am Sonnabend Schlagerstar Olaf Berger aufgeboten, und den wollen Hunderte hören und sehen.
Nach geduldigem Ausharren werden dann die "Olaf, Olaf!"-Rufe immer lauter. Plötzlich löst sich die Spannung: Mit strahlendem Gesicht betritt der 45-Jährige den Platz, lächelt ins Publikum und beginnt zu singen: "Wohin du auch gehst" erklingt zum Auftakt. Nach dem ersten Song plaudert er mit den Gästen, fragt nach der ersten Liebe. Von Irene und Siegfried Lorenz aus Merseburg will er wissen, wie lange sie schon zusammen sind: "53 Jahre!" antwortet das Paar (beide 71) stolz. Immer wieder klicken Fotoapparate, werden Lieder mitgesungen oder gesummt.
Nicht nur aus Merseburg sind die Fans zum Drive-In-Café in der Halleschen Straße gekommen. Der Fanclub "Hautnah ist nicht genug" ist mit etwa 15 Mitgliedern vertreten, die unter anderem aus Chemnitz, Leipzig, Freiberg und Penzlin angereist sind. Vorsitzende Annett Kroschke gibt monatlich eine Zeitschrift heraus, in der auch der Auftritt in Merseburg angekündigt worden war. Aus Nebra sind Gisela und Günter Stenull gekommen, ebenso wie die vierjährige Enkelin Ayleen am Button eindeutig als Berger-Fan erkennbar. Nur Ayleens Mama Cathleen (die beiden wohnen in Merseburg) muss noch ein wenig überzeugt werden.
Thomas Rahaus ist zufrieden. "Die Kunden erwarten, dass man sich auch auf diese Art präsentiert", denkt er. "Und mit dem Sommerfest kann ich meinen treuen Kunden etwas zurückgeben." Der Bau der Filiale in der Halleschen Straße sei aus heutiger Sicht "eine absolut richtige Entscheidung" gewesen. Bäckerei und Café würden sowohl von Bürgern aus dem Wohngebiet als auch von Laufkunden gut angenommen.
Das Sommerfest ebenfalls. Die Kinder vergnügen sich auf der Hüpfburg und beim Reiten. Als absoluter Renner erweist sich die Riesen-Erdbeertorte, die noch dazu einem gutem Zweck dient. Den Verkaufserlös, den Rahaus auf 250 Euro aufstockt, erhält der Sieger eines Kreativ-Wettbewerbs zum Thema "Der Rabe stibitzt das Geheimrezept". "Es war für die Jury richtig schwer, ein Urteil zu fällen, weil so viele schöne Arbeiten dabei waren", bekennt der Bäckermeister. Die Entscheidung fiel schließlich für den gebastelten Raben der integrativen Kita der Lebenshilfe, mit einem Federkleid aus Hand- und Fingerabdrücken der Kinder und einem Erdbeer-Zylinder. (Foto: MZ)


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